Patient im Klinikbett mit Pulsmesser – Wachkoma-Therapie und Begleitung in Berlin

Wachkoma – Therapie und Begleitung

Patient im Klinikbett mit Pulsmesser – Wachkoma-Therapie und Begleitung in Berlin

Wenn ein Mensch im Wachkoma liegt, verändert sich für die ganze Familie alles. Logopädische Therapie kann helfen, Mund, Gesicht und Schlucken anzusprechen und nach Wegen der Verständigung zu suchen. Wir arbeiten behutsam, im Tempo des Menschen – und eng mit Pflege und Angehörigen.

Was ist ein Wachkoma?

Ein Wachkoma, auch apallisches Syndrom oder Syndrom reaktionsloser Wachheit genannt, ist ein Bewusstseinszustand nach einer schweren Schädigung des Gehirns. Die Betroffenen öffnen die Augen und haben einen Schlaf-Wach-Rhythmus, zeigen aber keine erkennbaren bewussten Reaktionen auf ihre Umgebung. Vitalfunktionen wie Atmung und Kreislauf arbeiten oft selbstständig.

Oft geht dem Wachkoma ein Koma voraus, eine tiefe Bewusstlosigkeit mit geschlossenen Augen. Häufige Ursachen sind ein Schädel-Hirn-Trauma nach einem Unfall, ein Sauerstoffmangel des Gehirns, etwa nach einem Herzstillstand, sowie ein schwerer Schlaganfall oder eine Hirnblutung. Viele Menschen im Wachkoma brauchen eine künstliche Ernährung über eine Sonde. Nach einem Luftröhrenschnitt atmen sie über eine Trachealkanüle, manche werden zeitweise künstlich beatmet.

Vom Wachkoma unterscheiden Fachleute den Zustand minimalen Bewusstseins: Hier zeigen Betroffene zeitweise erkennbare Reaktionen, folgen etwa einer Person mit den Augen. Die Grenze ist im Alltag nicht immer leicht zu sehen. Deshalb sind genaue Beobachtung und der Austausch zwischen allen Beteiligten so wichtig. Nach der Akutklinik folgt meist eine neurologische Rehabilitation; danach leben viele Wachkoma-Patienten zu Hause, im Pflegeheim oder in einer Wohngemeinschaft der außerklinischen Intensivpflege.

Angehörige hält die Hand eines Patienten am Bett – Therapie im Wachkoma

Therapie im Wachkoma

Was Logopädie im Wachkoma leisten kann – und was nicht

Logopädie kann ein Wachkoma nicht heilen. Sie kann aber dazu beitragen, dass Mund und Gesicht beweglich bleiben, das Schlucken von Speichel geübt wird und mögliche Reaktionen bemerkt werden.

Im Mittelpunkt stehen Gesicht und Mund. Über Berührung, Geschmack, Temperatur und vertraute Reize sprechen wir die Wahrnehmung an. Dabei nutzen wir unter anderem die Facio-orale Trakt-Therapie (F.O.T.T.) und stimmen uns mit der Pflege über weitere Reize ab – etwa aus der basalen Stimulation, einem Konzept aus der Pflege, das mit Berührung, Lagerung und Bewegung arbeitet. Wir achten genau auf Atmung, Muskelspannung, Blick und Mimik, denn oft zeigen sich Reaktionen zuerst dort.

Ob und wie weit sich ein Mensch aus dem Wachkoma erholt, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen. Die Prognose hängt unter anderem von der Ursache, dem Alter und der Zeit seit der Hirnschädigung ab. Wir versprechen keine Erfolge. Wir begleiten verlässlich, ehrlich und so lange, wie es sinnvoll ist.

Hand mit Infusion und Pulsmesser – Logopädie im Wachkoma für Mund und Gesicht

Kleine Zeichen

Woran sich Reaktionen im Wachkoma zeigen können

Angehörige sehen oft als Erste, dass sich etwas verändert. In der Therapie achten wir besonders auf diese Zeichen:

  • Veränderungen von Atmung, Puls oder Muskelspannung bei Berührung oder Ansprache
  • Augenbewegungen, ein Blick, der einer Person oder einem Gegenstand folgt
  • Mimik, etwa ein Verziehen des Gesichts bei Geschmack oder Berührung
  • Bewegungen von Lippen, Zunge oder Kiefer, ein Schlucken von Speichel
  • Reaktionen auf vertraute Stimmen, Musik oder Gerüche

Nicht jede Bewegung ist eine bewusste Reaktion – manches ist ein Reflex oder eine motorisch bedingte Bewegung ohne Absicht. Ob ein Zeichen bewusst ist, beurteilen Ärztinnen und Ärzte, Pflege und Therapie gemeinsam und über längere Zeit. Ihre Beobachtungen sind dabei wertvoll: Sie kennen den Menschen am besten.

Hände drücken sich durch ein weißes Tuch – Reaktionen in der Wachkoma-Therapie

Behandlungsschwerpunkte

Woran wir in der Therapie im Wachkoma arbeiten

Jeder Mensch im Wachkoma braucht etwas anderes, ob häuslich versorgt oder im Pflegeheim. Diese Bereiche stehen in unserer Therapie am häufigsten im Mittelpunkt – immer abgestimmt mit Ärztinnen, Ärzten und Pflege.

  1. Gesicht und Mund

    Taktile Reize an Gesicht, Lippen und Zunge, die Beweglichkeit der Muskeln und eine therapeutische Mundpflege. Ziel ist, dass die Beweglichkeit erhalten bleibt, der Mund gepflegt ist und Reize wahrgenommen werden können.

  2. Speichel und Schlucken

    Viele Menschen im Wachkoma schlucken Speichel kaum oder unsicher. Wir üben das Schlucken behutsam und achten auf Zeichen von Verschlucken. Mehr dazu auf unserer Seite zur Schluckstörung.

  3. Trachealkanüle

    Wir behandeln Menschen mit Trachealkanüle logopädisch, wenn ihre pflegerische Versorgung gesichert ist und das Trachealkanülenmanagement bereits besteht – in enger Abstimmung mit Ärztinnen, Ärzten und Pflege.

  4. Atmung und Stimme

    Wir beobachten die Atmung und achten auf Laute, Seufzen oder hörbares Ausatmen. Solche Zeichen können wichtig sein – wir deuten sie aber vorsichtig und gemeinsam mit dem Team.

  5. Verständigung anbahnen

    Zeigen sich wiederkehrende Reaktionen, suchen wir nach einem einfachen, verlässlichen Zeichen – etwa einem Lidschlag oder einem Händedruck für „Ja“. Das braucht Geduld und viele Wiederholungen.

  6. Anleitung für Angehörige und Pflege

    Wir zeigen Ihnen, wie Sie Mund und Gesicht berühren, wie Sie ansprechen und worauf Sie achten können. So wird Ihre Zeit am Bett zu einem aktivierenden Teil der Therapie – wenn Sie das möchten.

Ablauf

So beginnt die Therapie im Wachkoma

Vom ersten Gespräch bis zur regelmäßigen Behandlung – vier Schritte, die wir mit Ihnen und dem Pflegeteam gehen.

  1. Gespräch und Verordnung

    Zuerst sprechen wir mit Ihnen über die Situation. Für die Behandlung braucht es eine ärztliche Heilmittelverordnung, in der Regel mit dem Vermerk Hausbesuch. Wir behandeln dort, wo Ihr Angehöriger versorgt wird – zu Hause oder im Pflegeheim.

  2. Kennenlernen und Befund

    Beim ersten Termin lernen wir den Menschen kennen. Wir beobachten Atmung, Muskelspannung, Mund und Schlucken und fragen Angehörige und Pflege, was ihnen aufgefallen ist.

  3. Ziele gemeinsam festlegen

    Wir besprechen offen, was realistisch ist – etwa eine gute Mundpflege, sicheres Speichelschlucken oder das Erkennen von Reaktionen. Ziele passen wir an, wenn sich etwas verändert.

  4. Therapie und Austausch

    Die Behandlung findet regelmäßig statt. Nach den Terminen tauschen wir uns mit Pflege und Angehörigen aus, damit alle wissen, was gerade geübt wird und worauf zu achten ist.

Logopädin bei einer Mundübung – erfahrenes Team für die Wachkoma-Therapie
„Wir behandeln Menschen dort, wo sie sind.“
Das Team der Logopädischen Praxen Sandhöfner

Erfahrung mit schweren neurologischen Erkrankungen – und Zeit für Ihre Fragen.

Die Therapie bei Wachkoma gehört zu unserem Leistungsspektrum, gemeinsam mit der Behandlung von Schluckstörungen. In unserem Team gibt es Erfahrung mit Schluckstörungen mit und ohne Trachealkanüle und mit Hausbesuchen in Pflegeheimen und bei Patientinnen und Patienten zu Hause. Mit Heilmittelverordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten; Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung.


Schwerpunkte im Team:

  • Schluckstörungen bei Erwachsenen, mit und ohne Trachealkanüle
  • Facio-orale Trakt-Therapie (F.O.T.T.)
  • Neurologische Erkrankungen, auch nach Intensivaufenthalten
  • Hausbesuche in Pflegeheimen und bei Patientinnen und Patienten zu Hause
  • Aphasie und Dysarthrie nach Schlaganfall und Hirnverletzung
  • Fazialisparese und Dysarthrie bei Erwachsenen

Programme

Selbstzahlerangebote – ohne Rezept, auf eigene Rechnung

  • Leichter lesen lernen

    Für Kinder der 1. bis 3. Klasse · Kleingruppe

    Vier Grundschulkinder sitzen nebeneinander und lesen in Büchern – Lesekurs in Berlin

    Lesen üben in der Kleingruppe mit maximal vier Kindern: visuelle Wahrnehmung, Konzentration, Sprachkompetenz und das Unterscheiden von Lauten und Buchstaben. Achtmal 45 Minuten, einmal pro Woche.

    Zum Lesekurs
  • Fit für die Schule

    Für Kinder vor der Einschulung · Kleingruppe

    Vorschulkinder legen gemeinsam Holzpuzzles am Tisch – Kurs vor der Einschulung in Berlin

    Spielerisch üben, was im ersten Schuljahr gebraucht wird – Lautunterscheidung, Merkfähigkeit, Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik. 6 × 45 Minuten in der festen Gruppe mit zwei Logopädinnen, danach ein Elterngespräch.

    Zum Kurs
  • Wortschatzkiste Bilderbuch

    Für Kita-Teams und Gruppen · Fortbildung

    Drei Kleinkinder betrachten auf dem Boden liegend ein Bilderbuch

    Wie betrachtet man ein Bilderbuch so, dass es die Sprache wirklich fördert? Eine Fortbildung für Kita-Teams, Krabbelgruppen, Elternabende und Buchhandlungen. Wir kommen zu Ihnen, Länge und Preis nach Absprache.

    Zur Wortschatzkiste
  • SANJO-Körperarbeit

    Für Erwachsene und Kinder · Einzelbegleitung

    Isabell Sandhöfner bewegt bei der SANJO-Körperarbeit das Bein einer liegenden Klientin

    Sanfte Körperarbeit für Entspannung und Körperwahrnehmung – ohne Rezept, auf eigene Rechnung. Isabell Sandhöfner ist seit 2015 zertifizierte SANJO-Therapeutin.

    Zur SANJO-Therapie
  • Haben Sie Fragen zu unseren Programmen?

    Welches Angebot passt – für Ihr Kind oder für Sie selbst? Wann startet die nächste Gruppe, was kostet es? Rufen Sie einfach an – Isabell Sandhöfner nimmt sich Zeit für ein erstes Gespräch.

    +49 30 39 73 13 03

Jubiläum Glitzer

Wir feiern – feiern Sie mit!

Tag der offenen Tür am 13. November – 30 Jahre Sprache, Stimme und Begegnungen

Freitag, 13. November 2026 · ab 12 Uhr · in der Turmstraße 73, Berlin

Es erwarten Sie verständliche Fachvorträge für die ganze Familie – von Late Talkern über Mehrsprachigkeit und Stottern bis zu Stimme, Rechtschreibung und neurologischen Erkrankungen. Unser Team ist den ganzen Nachmittag für Ihre Fragen da.

30 Jahre

Häufige Fragen zum Wachkoma

Was Angehörige uns am häufigsten fragen

Acht Fragen, die Angehörige uns oft stellen. Manche lassen sich nicht abschließend beantworten – auch das sagen wir offen. Rufen Sie an, wenn Ihre Frage fehlt.

Eine Behandlung, die ein Wachkoma sicher beendet, gibt es nicht. Manche Menschen gewinnen nach Wochen oder Monaten Bewusstsein zurück, oft mit bleibenden Einschränkungen und einer langen Genesung; andere bleiben dauerhaft im Wachkoma. Therapie und Pflege schaffen gute Bedingungen und helfen, mögliche Veränderungen zu erkennen und zu fördern.

Das lässt sich von außen nicht sicher sagen. Untersuchungen mit Bildgebung wie der fMRT haben bei einem Teil der Betroffenen mehr Hirnaktivität gezeigt, als ihr Verhalten vermuten ließ. Deshalb sprechen wir jeden Menschen im Wachkoma an, erklären, was wir tun, und begegnen ihm mit Respekt.

Ja, das ist möglich, vor allem in den ersten Monaten. Die Chancen hängen unter anderem von der Ursache ab: Nach einem Schädel-Hirn-Trauma sind sie im Durchschnitt besser als nach Sauerstoffmangel. Für den Einzelfall gibt es keine sichere Vorhersage. Sprechen Sie mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten über die Prognose.

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Die Lebenserwartung hängt von der Ursache, dem Alter, Begleiterkrankungen und Komplikationen wie Lungenentzündungen ab. Eine gute Pflege und eine sorgfältige Versorgung bei Schlucken und Trachealkanüle können Komplikationen vorbeugen. Verlässliche Auskunft für Ihren Angehörigen geben die behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

Durch ihre Anwesenheit, ihre Stimme und vertraute Berührungen. Sprechen Sie Ihren Angehörigen mit Namen an, erzählen Sie, spielen Sie Lieblingsmusik. Gönnen Sie ihm Ruhepausen und sich selbst auch. Wir zeigen Ihnen gern, wie Sie Mund und Gesicht berühren können, ohne zu überfordern.

Ja, wenn die Ärztin oder der Arzt einen Hausbesuch verordnet – bei Menschen im Wachkoma ist das die Regel. Wir behandeln in Pflegeheimen und bei Patientinnen und Patienten zu Hause. Ob ein Hausbesuch am Versorgungsort Ihres Angehörigen möglich ist, klären wir im persönlichen Gespräch.

Die Heilmittelverordnung stellt die behandelnde Hausarztpraxis oder Neurologie aus, nach dem Krankenhaus oder der Rehabilitation auch die Klinik. Ist der Weg in die Praxis nicht möglich, wird ein Hausbesuch verordnet. Mit Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung, Kinder und Jugendliche sind davon befreit.

Wir stimmen uns mit dem Pflegeteam und den behandelnden Ärztinnen und Ärzten ab, damit alle wissen, was gerade geübt wird und worauf zu achten ist. So entsteht ein gemeinsames Bild – und niemand arbeitet gegen den anderen.

Persönliches Gespräch anfragen

Jede Situation ist anders. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns, wo Ihr Angehöriger versorgt wird und was Sie bewegt. Wir nehmen uns Zeit für ein erstes Gespräch und sagen Ihnen offen, was wir leisten können.

Für Kliniken und Pflegeeinrichtungen: Sie möchten eine Patientin oder einen Patienten im Wachkoma anmelden? Rufen Sie uns unter 030 39 73 13 03 an oder senden Sie die Verordnung per Fax an 030 39 73 22 10. Wir melden uns, um Ort und Ablauf abzustimmen.