Logopädin übt mit älterem Patienten das Sprechen – Logopädie nach Schlaganfall

Logopädie nach Schlaganfall und bei neurologischen Erkrankungen

Logopädin übt mit älterem Patienten das Sprechen – Logopädie nach Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall oder bei Erkrankungen wie Parkinson, MS und ALS fehlen oft die Worte, die Aussprache wird undeutlich oder das Schlucken fällt schwer. Logopädie kann helfen, verlorene Fähigkeiten wieder aufzubauen und den Alltag zu erleichtern. Wir behandeln Aphasie, Dysarthrie und Sprechapraxie – und beziehen die Angehörigen von Anfang an ein.

Was macht Logopädie nach einem Schlaganfall?

Logopädie nach einem Schlaganfall ist Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schlucktherapie für Menschen, deren Gehirn durch eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung geschädigt wurde. Ziel ist, Sprache, Aussprache, Stimme und Schlucken so weit wie möglich wiederherzustellen – oder Wege zu finden, sich trotz bleibender Einschränkungen zu verständigen.

Als Folge eines Schlaganfalls treten am häufigsten zwei Störungen auf. Bei einer Aphasie ist die Sprache selbst beeinträchtigt: Wörter fehlen, Sätze geraten durcheinander, auch das Sprachverständnis, das Lesen und Schreiben können betroffen sein. Bei einer Dysarthrie ist die Sprache intakt, aber das Sprechen nicht: Die Muskeln für Atmung, Stimme und Artikulation arbeiten nicht mehr sicher zusammen, die Aussprache wird undeutlich.

Eine Aphasie entsteht meist, wenn der Schlaganfall die linke Hirnhälfte trifft, in der bei den meisten Menschen das Sprachzentrum liegt. Sie ist eine erworbene Sprachstörung nach abgeschlossenem Spracherwerb und keine Störung der Intelligenz: Wer Mühe hat, Worte zu finden, ist nicht verwirrt. Manchmal kommen kognitive Einschränkungen hinzu, etwa bei Aufmerksamkeit oder Gedächtnis – auch das berücksichtigen wir. Logopädie nach Schlaganfall bieten wir in Berlin an drei Standorten an.

Logopädin übt mit einer Seniorin mit Bildkarten – Logopädie nach Schlaganfall

Je früher, desto besser

Die ersten Monate zählen – aber auch später lohnt sich Therapie.

In den ersten Wochen und Monaten nach einem Schlaganfall erholt sich das Gehirn am stärksten. Oft beginnt die logopädische Therapie nach Schlaganfall schon im Krankenhaus und geht in der Rehabilitation weiter. Danach ist es wichtig, ohne lange Pause ambulant weiterzumachen, damit das Erreichte gefestigt wird und weitere Fortschritte möglich bleiben.

Auch Monate und Jahre nach dem Schlaganfall sind Fortschritte möglich. Wie viel in Ihrer Situation möglich ist, besprechen wir offen mit Ihnen.

Die Verordnung stellt die Hausarztpraxis oder die Neurologie aus, direkt nach dem Krankenhaus auch die Klinik. Kann der Weg in die Praxis nicht bewältigt werden, kann die Ärztin oder der Arzt einen Hausbesuch verordnen. Ob und in welchem Umfang wir Hausbesuche an Ihrem Wohnort übernehmen können, klären wir am Telefon.

Hände legen Wortkarten zu Sätzen – frühe Logopädie nach Schlaganfall

Logopädie bei Parkinson

Logopädie bei Parkinson: wenn die Stimme leiser wird

Parkinson verändert das Sprechen oft schleichend, und die Probleme beim Sprechen nehmen langsam zu. Viele Betroffene merken selbst nicht, dass sie leiser geworden sind – die Familie bemerkt es zuerst. Typische Zeichen:

  • Die Stimme wird leiser, heiser oder klingt rau
  • Das Sprechen klingt monoton, die Betonung geht verloren
  • Wörter werden undeutlich oder verschwimmen am Satzende
  • Das Sprechtempo schwankt, manchmal überschlagen sich die Silben
  • Das Schlucken fällt schwerer, Speichel sammelt sich im Mund

In der Therapie trainieren wir eine kräftigere, lautere Stimme, eine deutliche Artikulation und eine gute Atmung beim Sprechen. Weil die Erkrankung fortschreitet, lohnt es sich, früh zu beginnen und regelmäßig zu üben. Schluckprobleme behandeln wir mit – mehr dazu auf unserer Seite zur Schluckstörung.

Älterer Mann spricht bei einer Stimmübung – Logopädie bei Parkinson

Behandlungsschwerpunkte

Welche Sprach- und Sprechstörungen wir behandeln

Wir behandeln Erwachsene nach Schlaganfall, bei Parkinson, Multipler Sklerose und ALS, nach einer Hirnverletzung durch Unfall und nach Krebserkrankungen. Die Diagnostik zeigt, welche Störung im Vordergrund steht – oft sind es mehrere zugleich.

  1. Aphasie

    Die sprachlichen Fähigkeiten sind gestört: Wortfindung, Satzbau und Sprachproduktion, das auditive Sprachverständnis, Lesen und Schreiben. In der Aphasie-Therapie üben wir gezielt die betroffenen Bereiche und erarbeiten Strategien, mit denen die Verständigung im Alltag leichter wird.

  2. Dysarthrie und Dysarthrophonie

    Eine neurologisch bedingte Sprechstörung: Die Steuerung der Sprechmuskeln ist gestört. Bei der Dysarthrophonie sind Aussprache, Stimme und Atmung gemeinsam betroffen. Wir arbeiten an Atmung, Stimme, Artikulation und Sprechtempo, damit Sie wieder besser verstanden werden.

  3. Sprechapraxie

    Die Muskeln sind kräftig genug, aber das Gehirn plant die Bewegungsfolge beim Sprechen nicht mehr zuverlässig. Laute werden vertauscht, Wörter mühsam gesucht. Wir üben die Bewegungsabläufe Schritt für Schritt neu ein.

  4. Agraphie

    Das Schreiben ist beeinträchtigt, obwohl Hand, Intelligenz und Denken erhalten sind. Oft tritt die Agraphie zusammen mit einer Aphasie auf. Wir üben Schreiben und Lesen so, wie Sie es im Alltag brauchen – vom Einkaufszettel bis zur Nachricht.

  5. Multiple Sklerose und ALS

    Bei fortschreitenden neurologischen Erkrankungen geht es darum, Sprechen, Stimme und Schlucken möglichst lange zu erhalten – und rechtzeitig Hilfen für die Kommunikation vorzubereiten, wenn das Sprechen schwerer wird.

  6. Schluckstörungen

    Schluckstörungen nach Schlaganfall (Dysphagie) sind häufig und können gefährlich werden, wenn Essen in die Luftröhre gelangt. Die Schlucktherapie gehört zu unseren Schwerpunkten – mehr dazu auf unserer Seite zur Schluckstörung.

Ablauf

So läuft die Therapie nach einem Schlaganfall bei uns ab

Von der Verordnung bis zur Verständigung im Alltag – vier Schritte, mit denen jede Behandlung bei uns beginnt.

  1. Verordnung

    Ihre Hausarztpraxis, die Neurologie oder die Klinik stellt eine Heilmittelverordnung für Sprach-, Sprech- oder Schlucktherapie aus. Ohne sie dürfen wir nicht behandeln – so ist es in Deutschland geregelt.

  2. Anamnese und Diagnostik

    Wir sprechen mit Ihnen und Ihren Angehörigen über den Schlaganfall, die Reha und den Alltag. Mit standardisierten Tests prüfen wir Sprachverständnis, Sprechen, Lesen, Schreiben und Schlucken.

  3. Ziele festlegen

    Wir erklären den Befund verständlich und stellen mit Ihnen einen Therapieplan mit alltagsnahen Zielen auf – etwa am Telefon wieder einen Termin ausmachen, beim Bäcker bestellen oder mit den Enkeln erzählen.

  4. Therapie – mit den Angehörigen

    Die sprachtherapeutische Arbeit verbindet gezielte Übungen mit Gesprächen über das, was Sie bewegt. Ziel ist immer die Kommunikationsfähigkeit im Alltag – eine Kommunikationsstörung betrifft schließlich die ganze Familie. Angehörige laden wir regelmäßig ein: Sie lernen, wie Verständigung leichter gelingt, und bekommen Übungen für zu Hause.

Logopädin erklärt einem Patienten eine Mundübung – Aphasie-Therapie in Berlin
„Ich lege Wert auf ein lebendiges, spielerisches Lernen und Arbeiten – und auf viel gemeinsames Lachen.“
Bernhard Wehrle · Logopäde – einer von mehreren im Team mit diesem Schwerpunkt

Sprache wiederfinden – mit einem Team, das neurologische Erkrankungen kennt.

Aphasie, Dysarthrie, Sprechapraxie und Parkinson gehören bei mehreren Logopädinnen und Logopäden unseres Teams zum Schwerpunkt. Sie begleiten Menschen nach Schlaganfall und neurologischer Erkrankung dabei, ihre Sprache wiederzufinden. In der Turmstraße arbeiten wir in Praxisgemeinschaft mit der Ergotherapie Sieberg und Birkemeyer – hilfreich, wenn nach dem Schlaganfall auch Handfunktion und Alltagsfertigkeiten geübt werden.


Schwerpunkte im Team:

  • Aphasie nach Schlaganfall und neurologischer Erkrankung
  • Dysarthrie und Sprechapraxie
  • Parkinson, Schlaganfall und Demenz im Alter, auch nach Intensivaufenthalten
  • Schluckstörungen, F.O.T.T. und Funktionelle Dysphagietherapie (FDT)
  • Fazialisparesen
  • Hausbesuche in Pflegeheimen und bei Patientinnen und Patienten zu Hause

Programme

Selbstzahlerangebote – ohne Rezept, auf eigene Rechnung

  • Leichter lesen lernen

    Für Kinder der 1. bis 3. Klasse · Kleingruppe

    Vier Grundschulkinder sitzen nebeneinander und lesen in Büchern – Lesekurs in Berlin

    Lesen üben in der Kleingruppe mit maximal vier Kindern: visuelle Wahrnehmung, Konzentration, Sprachkompetenz und das Unterscheiden von Lauten und Buchstaben. Achtmal 45 Minuten, einmal pro Woche.

    Zum Lesekurs
  • Fit für die Schule

    Für Kinder vor der Einschulung · Kleingruppe

    Vorschulkinder legen gemeinsam Holzpuzzles am Tisch – Kurs vor der Einschulung in Berlin

    Spielerisch üben, was im ersten Schuljahr gebraucht wird – Lautunterscheidung, Merkfähigkeit, Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik. 6 × 45 Minuten in der festen Gruppe mit zwei Logopädinnen, danach ein Elterngespräch.

    Zum Kurs
  • Wortschatzkiste Bilderbuch

    Für Kita-Teams und Gruppen · Fortbildung

    Drei Kleinkinder betrachten auf dem Boden liegend ein Bilderbuch

    Wie betrachtet man ein Bilderbuch so, dass es die Sprache wirklich fördert? Eine Fortbildung für Kita-Teams, Krabbelgruppen, Elternabende und Buchhandlungen. Wir kommen zu Ihnen, Länge und Preis nach Absprache.

    Zur Wortschatzkiste
  • SANJO-Körperarbeit

    Für Erwachsene und Kinder · Einzelbegleitung

    Isabell Sandhöfner bewegt bei der SANJO-Körperarbeit das Bein einer liegenden Klientin

    Sanfte Körperarbeit für Entspannung und Körperwahrnehmung – ohne Rezept, auf eigene Rechnung. Isabell Sandhöfner ist seit 2015 zertifizierte SANJO-Therapeutin.

    Zur SANJO-Therapie
  • Haben Sie Fragen zu unseren Programmen?

    Welches Angebot passt – für Ihr Kind oder für Sie selbst? Wann startet die nächste Gruppe, was kostet es? Rufen Sie einfach an – Isabell Sandhöfner nimmt sich Zeit für ein erstes Gespräch.

    +49 30 39 73 13 03

Jubiläum Glitzer

Wir feiern – feiern Sie mit!

Tag der offenen Tür am 13. November – 30 Jahre Sprache, Stimme und Begegnungen

Freitag, 13. November 2026 · ab 12 Uhr · in der Turmstraße 73, Berlin

Es erwarten Sie verständliche Fachvorträge für die ganze Familie – von Late Talkern über Mehrsprachigkeit und Stottern bis zu Stimme, Rechtschreibung und neurologischen Erkrankungen. Unser Team ist den ganzen Nachmittag für Ihre Fragen da.

30 Jahre

Häufige Fragen zur Logopädie nach Schlaganfall

Was Betroffene und Angehörige uns am häufigsten fragen

Acht Fragen, die nach einem Schlaganfall fast immer aufkommen. Wenn Ihre nicht dabei ist: Rufen Sie an – wir beantworten sie gern.

Die Logopädin oder der Logopäde untersucht, welche Bereiche betroffen sind – Sprache, Sprechen, Stimme, Lesen, Schreiben, Schlucken – und behandelt sie gezielt. Dazu gehören Übungen zur Wortfindung und Aussprache, Strategien für die Verständigung im Alltag und die Beratung der Angehörigen. Bei Schluckstörungen kommt die Schlucktherapie hinzu.

So früh wie möglich. Häufig beginnt die Therapie schon im Krankenhaus und in der Reha. Wichtig ist, danach ohne lange Unterbrechung ambulant weiterzumachen. Lassen Sie sich die Verordnung am besten schon bei der Entlassung ausstellen und melden Sie sich früh bei uns – unsere Praxen sind durchgehend ausgebucht.

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Störungen bilden sich in den ersten Wochen deutlich zurück, andere bleiben länger oder dauerhaft. Die größten Fortschritte gibt es meist in den ersten Monaten, doch auch später ist mit Therapie noch Verbesserung möglich. Eine sichere Prognose für den Einzelfall gibt es nicht.

Sprechen Sie in kurzen, einfachen Sätzen, langsam, aber in normalem Ton – wie mit einem Erwachsenen. Stellen Sie Fragen, die sich mit Ja oder Nein beantworten lassen. Geben Sie Zeit, beenden Sie Sätze nicht vorschnell. Gesten, Bilder und Aufschreiben helfen. Schalten Sie Fernseher und Radio aus. Rat für Angehörige bietet auch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Die Heilmittelverordnung stellt die Hausarztpraxis oder die Neurologie aus, direkt nach dem Krankenhaus auch die Klinik im Rahmen der Entlassung. Wenn Sie unsicher sind, was auf der Verordnung stehen muss, rufen Sie uns vorher an – wir sagen es Ihnen.

Ja, mit ärztlicher Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für Diagnostik und Therapie. Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung. Bei privat Versicherten richtet sich die Erstattung nach dem jeweiligen Tarif. Fragen Sie im Zweifel vor Beginn bei Ihrer Versicherung nach.

Ja, wenn die Ärztin oder der Arzt einen Hausbesuch verordnet, weil der Weg in die Praxis nicht möglich ist. Wir behandeln in Pflegeheimen und bei Patientinnen und Patienten zu Hause. Ob ein Hausbesuch an Ihrem Wohnort möglich ist, klären wir am Telefon.

Ja. Bei diesen Erkrankungen kann Logopädie den Verlauf nicht aufhalten, aber Sprechen, Stimme und Schlucken möglichst lange stützen. Ebenso wichtig ist, rechtzeitig Hilfsmittel für die Kommunikation zu planen, damit die Verständigung auch später gelingt. Die Neurologie entscheidet mit, welche Hilfsmittel infrage kommen.

Termin für Logopädie nach Schlaganfall anfragen

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns, was passiert ist und welcher Standort passt. Unsere Praxen sind durchgehend ausgebucht – die Wartezeit sagen wir Ihnen offen. Ist der Weg in die Praxis nicht möglich, fragen Sie nach einem Hausbesuch.