Junge spielt mit einem Holzregenbogen – Therapie bei Aussprachestörung in Berlin

Aussprache­störungen: Lispeln und andere Lautfehler

Junge spielt mit einem Holzregenbogen – Therapie bei Aussprachestörung in Berlin

„Mama, tutt, ein Sein!“, sagt ein kleiner Junge und zeigt auf das Schweinchen im Bilderbuch – wie süß, denkt man. Haben Erwachsene noch Zischlautstörungen oder sagen „Tsyche“ statt „Psyche“, fallen sie auf. Wir helfen rechtzeitig, die Weichen für korrektes Sprechen zu stellen.

Was ist eine Aussprache­störung?

Von einer Aussprachestörung spricht man, wenn ein Kind oder ein Erwachsener einzelne Sprachlaute oder Lautverbindungen nicht altersgemäß bildet oder verwendet. Laute fehlen, werden durch andere ersetzt oder falsch gebildet. Das Sprechen wird dadurch schwer verständlich. Der ältere Fachbegriff dafür ist Dyslalie – und jeder kennt das Lispeln.

Fachleute unterscheiden zwei Formen. Bei einer phonetischen Störung, auch Artikulationsstörung genannt, liegt die Ursache in der Artikulation: Ein Laut kann aus sprechmotorischen Gründen nicht korrekt gebildet werden – das bekannteste Beispiel ist das Lispeln, der Sigmatismus. Bei einer phonologischen Störung kann das Kind den Laut eigentlich bilden, setzt ihn aber an der falschen Stelle im Wort ein. Es hat das Regelsystem der Sprache noch nicht sicher erworben und sagt etwa „Tanne“ statt „Kanne“ – dabei hat jeder Laut eine bedeutungsunterscheidende Aufgabe. Häufig kommt beides gemeinsam vor, man spricht dann von einer phonetisch-phonologischen Störung.

Kindliche Aussprachestörungen gehören zu den häufigsten Störungsbildern in einer logopädischen Praxis. Manchmal sind sie Teil einer Sprachentwicklungsstörung – dann finden Sie mehr auf unserer Seite zur Sprachentwicklungsverzögerung. Probleme mit der Aussprache gibt es aber auch bei Jugendlichen und Erwachsenen, etwa nach Operationen oder bei Zahnfehlstellungen.

Mädchen spielt Memory mit Bildkarten – was ist eine Aussprachestörung

Noch normal oder schon behandeln?

Bis zu welchem Alter sind Aussprachefehler normal?

Kinder erwerben die Laute ihrer Muttersprache in einer festen Reihenfolge. Bei Kindern unter drei Jahren sind viele Vereinfachungen normal: Schwierige Laute werden ersetzt, Lautfolgen verkürzt, eine Silbe fällt weg. Diese Muster nennt man phonologische Prozesse. Im Verlauf des Lauterwerbs verschwinden sie nach und nach – das Sprechenlernen braucht Zeit.

Der Zischlaut s und die Laute sch und ch brauchen oft am längsten. Ab dem Vorschulalter lohnt sich eine Abklärung, wenn Ihr Kind noch immer mehrere Laute ersetzt oder Fremde es schwer verstehen. Ein Lispeln, das über den Zahnwechsel hinaus bleibt, sollten Sie ebenfalls ansprechen.

Der Weg ist derselbe wie bei allen Behandlungen: Sprechen Sie Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt an. Ein Hörtest gehört dazu, denn eine Hörstörung ist eine mögliche Ursache, die ausgeschlossen werden muss. Bei Bedarf gibt es eine Heilmittelverordnung, mit der Sie zu uns kommen – in der logopädischen Diagnostik wird ein genauer Lautbefund erhoben, und wir sagen Ihnen offen, ob eine Therapie nötig ist.

Mädchen beim Hörtest mit Kopfhörern – Abklärung bei Aussprachestörung

Wenn Laute nicht gelingen

Woran Sie eine Aussprache­störung erkennen

Eine Aussprachestörung zeigt sich im Alltag an wiederkehrenden Mustern – bei Kindern meist früher als bei Erwachsenen. Typische Auffälligkeiten sind:

  • Ein Laut wird immer gleich ersetzt, etwa „Tasse“ statt „Kasse“
  • Die Zunge schiebt sich beim s oder z zwischen die Zähne
  • s, sch oder ch klingen verwaschen oder pfeifend
  • Laute oder Silben fallen weg, Wörter werden verkürzt
  • Fremde verstehen Ihr Kind schwer, obwohl es viel spricht

Ein einzelner Fehler ist meist kein Grund zur Sorge. Kommen mehrere Punkte zusammen oder bleibt ein Lispeln über den Zahnwechsel hinaus, sprechen Sie es in der Kinderarztpraxis an. Klingt dagegen die Stimme durch die Nase, ist das eine Stimmstörung – mehr dazu auf unserer Seite zur Stimmtherapie.

Kind spielt Kaufladen mit Spielzeugkasse – Aussprachestörung im Alltag erkennen

Behandlungsschwerpunkte

Welche Aussprache­störungen wir behandeln

Jede Störung der Aussprache hat ihr eigenes Muster. Diese Formen behandeln wir am häufigsten – bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die Diagnostik zeigt, welche Laute betroffen sind und warum.

  1. Lispeln (Sigmatismus)

    Die Laute s und z werden fehlgebildet, zum Beispiel mit der Zunge zwischen den Frontzähnen. Sigmatismen sind die häufigste phonetische Störung. Wir bauen den Laut neu auf und festigen ihn bis in die Spontansprache.

  2. Weitere Lautfehler

    Auch sch, ch, k, g oder r können falsch gebildet werden. Manchmal ist nur ein Einzellaut betroffen, manchmal sind viele Laute betroffen.

  3. Phonologische Störung

    Das Kind ersetzt Laute nach einem eigenen System, etwa k durch t. Bei einer inkonstanten Form klingt dasselbe Wort mal so, mal anders. Hörübungen und Minimalpaare – Wörter wie „Kanne“ und „Tanne“, die sich nur in einem Laut unterscheiden – zeigen dem Kind, dass der Laut die Bedeutung verändert.

  4. Bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

    Nach dem Verschluss der Spalte gelingen manche Laute noch nicht; oft werden sie ersatzweise weiter hinten im Rachen gebildet. Wie wir Kinder mit Spalte begleiten, steht im eigenen Abschnitt weiter unten.

  5. Wenn die Zunge die Ursache ist

    Liegt die Zunge in Ruhe vorn an den Zähnen oder presst ein Kind beim Schlucken, entstehen oft Lispeln und Zahnfehlstellungen. Dahinter steckt häufig ein ungünstiges Schluckmuster, eine Schluckstörung der oralen Phase. Wir behandeln zuerst die Muskulatur – mehr dazu auf unserer Seite zur myofunktionellen Therapie.

  6. Aussprachestörungen bei Erwachsenen

    Ein Sigmatismus aus der Kindheit, neue Zähne oder ein Eingriff im Mundraum können auch im Erwachsenenalter die Aussprache verändern. Wir arbeiten gezielt an den betroffenen Lauten, vom Einzellaut bis zum freien Sprechen.

Wenn das Kind mit einer Spalte geboren wurde

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte: Sprechen lernen nach der Operation

Eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte ist eine angeborene Fehlbildung, die in der Regel in den ersten Lebensjahren operativ verschlossen wird. Behandelt wird im Team: Kieferchirurgie, Kieferorthopädie, HNO-Praxis – und die Logopädie. Auch nach einem gelungenen Verschluss braucht das Sprechen oft noch Unterstützung, denn das Kind muss lernen, die neuen Verhältnisse im Mund- und Rachenraum zu nutzen.

Typisch ist ein offener Nasenklang, der zu den Stimmstörungen zählt. Weil dabei Luft durch die Nase entweicht, klingen Laute wie p, t, k, s oder sch oft schwach; manche Kinder bilden sie deshalb ersatzweise weiter hinten im Rachen. An diesen Ersatzbewegungen setzt die Logopädie an.

Wir arbeiten an Lautbildung, Luftstrom und Mundmotorik – abgestimmt auf die ärztliche Behandlung und die Operationstermine. Reicht der Verschluss des Gaumensegels baulich nicht aus, können Übungen allein das nicht ausgleichen; ob ein weiterer Eingriff sinnvoll ist, entscheidet die behandelnde Klinik. Wir sagen Ihnen offen, was die Therapie leisten kann und wo die Grenze liegt. Logopädie begleitet Kinder mit Spalte oft über längere Zeit – sprechen Sie uns an.

Mutter küsst ihr Neugeborenes – Logopädie bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte in Berlin

Ablauf

So läuft die Therapie bei uns ab

Von der Verordnung bis zum Üben im Alltag – in vier Schritten.

  1. Verordnung

    Kinderarzt oder Kinderärztin, die HNO-Praxis oder die Kieferorthopädie stellt eine Heilmittelverordnung aus. Ohne sie dürfen wir nicht behandeln.

  2. Anamnese und Lautbefund

    Die erste Stunde findet immer in der Praxis statt. Wir sprechen über die Entwicklung und schauen genau hin: Welche Laute sind betroffen? Wie sehen Zungenruhelage, Lippen und Gehör aus?

  3. Laut für Laut aufbauen

    Zuerst lernt das Kind, den Laut zu hören und vom falschen zu unterscheiden. Dann bilden wir ihn einzeln, in Silben und Wörtern – bei Kindern im Spiel, bei Erwachsenen mit klaren Übungen.

  4. Übertragen in den Alltag

    Ein Laut gilt erst als gelernt, wenn er auch beim freien Erzählen sitzt. Sie bekommen kurze Übungen für zu Hause und Tipps, wie Sie als Sprachvorbild helfen, ohne ständig zu verbessern.

Logopädin zeigt eine Artikulationsübung – Therapie bei Aussprachestörung in Berlin
„Ich lege Wert auf ein lebendiges, spielerisches Lernen und Arbeiten – und auf viel gemeinsames Lachen.“
Bernhard Wehrle · Logopäde – einer von mehreren im Team mit diesem Schwerpunkt

Aussprache gehört bei uns zum Alltag.

Bei uns wird die Aussprache von vielen Kolleginnen und Kollegen therapiert – jede Logopädin und jeder Logopäde mit eigenen Fortbildungen, etwa zu myofunktionellen Störungen oder zur verbalen Entwicklungsdyspraxie. So finden wir für jedes Kind und jeden Erwachsenen die passende Person und die passenden Therapieansätze. Mit Verordnung zahlt die Krankenkasse; Kinder und Jugendliche sind von der Zuzahlung befreit, Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung.


Schwerpunkte im Team:

  • Aussprache- und Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern aller Altersklassen
  • Phonologische Störungen
  • Sprachaufbau mit Lauten, Wortschatz und Grammatik – und Verständlichkeit
  • Myofunktionelle Störungen und Zungenband
  • Verbale Entwicklungsdyspraxie
  • Auditive Wahrnehmungsstörungen

Programme

Selbstzahlerangebote – ohne Rezept, auf eigene Rechnung

  • Leichter lesen lernen

    Für Kinder der 1. bis 3. Klasse · Kleingruppe

    Vier Grundschulkinder sitzen nebeneinander und lesen in Büchern – Lesekurs in Berlin

    Lesen üben in der Kleingruppe mit maximal vier Kindern: visuelle Wahrnehmung, Konzentration, Sprachkompetenz und das Unterscheiden von Lauten und Buchstaben. Achtmal 45 Minuten, einmal pro Woche.

    Zum Lesekurs
  • Fit für die Schule

    Für Kinder vor der Einschulung · Kleingruppe

    Vorschulkinder legen gemeinsam Holzpuzzles am Tisch – Kurs vor der Einschulung in Berlin

    Spielerisch üben, was im ersten Schuljahr gebraucht wird – Lautunterscheidung, Merkfähigkeit, Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik. 6 × 45 Minuten in der festen Gruppe mit zwei Logopädinnen, danach ein Elterngespräch.

    Zum Kurs
  • Wortschatzkiste Bilderbuch

    Für Kita-Teams und Gruppen · Fortbildung

    Drei Kleinkinder betrachten auf dem Boden liegend ein Bilderbuch

    Wie betrachtet man ein Bilderbuch so, dass es die Sprache wirklich fördert? Eine Fortbildung für Kita-Teams, Krabbelgruppen, Elternabende und Buchhandlungen. Wir kommen zu Ihnen, Länge und Preis nach Absprache.

    Zur Wortschatzkiste
  • SANJO-Körperarbeit

    Für Erwachsene und Kinder · Einzelbegleitung

    Isabell Sandhöfner bewegt bei der SANJO-Körperarbeit das Bein einer liegenden Klientin

    Sanfte Körperarbeit für Entspannung und Körperwahrnehmung – ohne Rezept, auf eigene Rechnung. Isabell Sandhöfner ist seit 2015 zertifizierte SANJO-Therapeutin.

    Zur SANJO-Therapie
  • Haben Sie Fragen zu unseren Programmen?

    Welches Angebot passt – für Ihr Kind oder für Sie selbst? Wann startet die nächste Gruppe, was kostet es? Rufen Sie einfach an – Isabell Sandhöfner nimmt sich Zeit für ein erstes Gespräch.

    +49 30 39 73 13 03

Jubiläum Glitzer

Wir feiern – feiern Sie mit!

Tag der offenen Tür am 13. November – 30 Jahre Sprache, Stimme und Begegnungen

Freitag, 13. November 2026 · ab 12 Uhr · in der Turmstraße 73, Berlin

Es erwarten Sie verständliche Fachvorträge für die ganze Familie – von Late Talkern über Mehrsprachigkeit und Stottern bis zu Stimme, Rechtschreibung und neurologischen Erkrankungen. Unser Team ist den ganzen Nachmittag für Ihre Fragen da.

30 Jahre

Häufige Fragen zur Aussprache

Was Eltern und Betroffene uns am häufigsten fragen

Acht Fragen, die vor dem ersten Termin fast immer aufkommen. Wenn Ihre nicht dabei ist: Rufen Sie an – zwei Minuten am Telefon ersparen oft einen Umweg.

Bis etwa zum vierten Geburtstag sind viele Lautfehler Teil der normalen Entwicklung. Mit vier bis fünf Jahren sollten die meisten Laute sitzen, Zischlaute brauchen oft etwas länger. Ersetzt Ihr Kind danach noch mehrere Laute oder verstehen Fremde es schwer, ist eine Abklärung in einer Praxis für Logopädie sinnvoll.

Eine Sprechstörung betrifft die Aussprache, also das Bilden der Laute mit Zunge, Lippen und Gaumen – dazu gehört etwa das Lispeln. Eine Sprachstörung betrifft das sprachliche Wissen: Wortschatz, Grammatik oder Sprachverständnis. Bei Kindern kommt beides oft zusammen, deshalb prüfen wir zu Beginn immer beide Bereiche.

Häufig gibt es keine einzelne Ursache. Möglich sind organische und funktionelle Gründe: Hörstörungen, eine schwache Mundmotorik, eine falsche Zungenlage, Zahnfehlstellungen, organische Fehlbildungen wie eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder Operationen im Mund- und Rachenraum. Bei Erwachsenen können auch neurologische Erkrankungen dahinterstehen – dazu mehr auf unserer Seite zu Aphasie und Dysarthrie.

Hören Sie darauf, ob Ihr Kind bestimmte Laute immer gleich ersetzt oder auslässt, ob die Zunge beim s zwischen den Zähnen sichtbar ist und ob Fremde es verstehen. Ein einzelner Fehler ist meist kein Grund zur Sorge. Fallen Ihnen dagegen viele Abweichungen auf, sprechen Sie es bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an.

Nein, eine Aussprachestörung allein ist keine Behinderung, sondern eine gut behandelbare Störung des Sprechens. Nur bei schweren und dauerhaften Sprach- oder Sprechstörungen kann im Einzelfall ein Grad der Behinderung festgestellt werden. Darüber entscheidet die zuständige Behörde, nicht die logopädische Praxis.

Ja. Manche Erwachsene lispeln seit der Kindheit, weil die Störung nie behandelt wurde – auch dann ist eine logopädische Therapie möglich. Andere bemerken Veränderungen nach einer Zahnbehandlung, einer Operation oder einer Erkrankung. Die Behandlung läuft mit Verordnung, wie bei Kindern.

Bei Kindern meist die Kinderarztpraxis, außerdem HNO-Praxen und – bei Zungenfehlfunktionen – oft die Kieferorthopädie. Erwachsene wenden sich an die Hausarzt- oder HNO-Praxis. Wenn Sie unsicher sind, was auf die Verordnung gehört, rufen Sie uns vorher an.

Das hängt davon ab, wie viele Laute betroffen sind und welche Ursache dahintersteht. Ein einzelner Laut ist oft schneller gelernt als ein ganzes Lautsystem. Eine Verordnung umfasst eine festgelegte Zahl von Sitzungen; nach der Diagnostik sagen wir Ihnen offen, womit Sie rechnen können.

Termin zur Aussprache anfragen

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns, welche Laute Ihnen auffallen, wie alt Ihr Kind ist und welcher Standort Ihnen passt. Unsere Praxen sind durchgehend ausgebucht – wie lange Sie warten, sagen wir Ihnen ehrlich am Telefon.