Pürierte Portionen mit Löffel und Suppe auf weißem Teller – Kost bei Schluckstörung

Schluck­störung – Therapie bei Dysphagie

Pürierte Portionen mit Löffel und Suppe auf weißem Teller – Kost bei Schluckstörung

Wenn Essen und Trinken beschwerlich werden, Sie sich häufig verschlucken oder danach husten müssen, kann eine Schluckstörung die Ursache sein. Wir untersuchen genau, wo das Schlucken gestört ist, und üben gezielt mit Ihnen – in unserer Praxis oder auf ärztliche Verordnung bei Ihnen zu Hause.

Was ist eine Schluck­störung (Dysphagie)?

Eine Schluckstörung (Fachbegriff: Dysphagie) liegt vor, wenn Nahrung, Flüssigkeit oder Speichel nicht sicher und mühelos vom Mund in den Magen transportiert werden. Der Schluckakt ist ein hochkomplexer Prozess: Dutzende Muskeln und mehrere Hirnnerven greifen in Sekundenbruchteilen ineinander. Ist eine Komponente gestört, gerät der gesamte Ablauf aus dem Takt.

Fachleute unterscheiden vier Phasen des Schluckens: die Vorbereitung im Mund samt Kauen und Einspeicheln, den Transport zum Rachen, den eigentlichen Schluckreflex sowie die Passage durch die Speiseröhre. Logopädische Therapie unterstützt gezielt bei Beschwerden in den ersten drei Phasen.

Gefährlich wird eine Schluckstörung, wenn Nahrung oder Flüssigkeit in die Luftröhre gelangt – in der Fachsprache als Aspiration bezeichnet. Dies kann eine Lungenentzündung nach sich ziehen. Fehlt dabei der schützende Hustenreflex, spricht man von einer stillen Aspiration. Ist die Nahrungsaufnahme dauerhaft beeinträchtigt, drohen zudem Mangelernährung, Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) und Gewichtsverlust. Schlucktherapie in Berlin bieten wir in unseren drei Praxen an – welcher Standort für Sie passt, klären wir am Telefon.

Seniorin trinkt in der Therapie, daneben die Schluckphasen – Schluckstörung

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Häufiges Verschlucken gehört nicht einfach zum Älter­werden.

Mit dem Alter verändert sich das Schlucken: Die Muskelkraft lässt nach, es bildet sich weniger Speichel, der Reflex setzt etwas später ein. Fachleute nennen diese altersbedingten Veränderungen Presbyphagie. Mit höherem Alter steigt das Risiko für Schluckstörungen, ältere Menschen sind deshalb besonders oft betroffen. Häufiges Verschlucken, Husten beim Essen oder Gewichtsverlust sind trotzdem Anzeichen einer Störung und keine normale Alterserscheinung.

Die häufigste Ursache neurologisch bedingter Schluckstörungen ist der Schlaganfall. Auch Parkinson, Multiple Sklerose, ALS, Demenz, Schädel-Hirn-Verletzungen, ein Wachkoma sowie ein Tumor im Kopf-Hals-Bereich und deren Behandlung durch Operation oder Bestrahlung können das Schlucken beeinträchtigen. Manche Medikamente verringern den Speichel oder dämpfen den Schluckreflex. Eine Schluckstörung kann schleichend beginnen oder von einem Tag auf den anderen.

Der Weg zur Therapie: Sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis oder der behandelnden Fachpraxis, etwa Neurologie oder HNO. Dort wird die Ursache geklärt und bei Bedarf eine Heilmittelverordnung für Logopädie ausgestellt. Treten Schluckprobleme plötzlich auf, zusammen mit Lähmungen, hängendem Mundwinkel oder Sprachstörungen, rufen Sie sofort die 112 – das kann ein Schlaganfall sein.

Seniorin hustet beim Essen in die Hand – Schluckstörung im Alter

Warnzeichen beim Essen und Trinken

Wie erkenne ich eine Schluck­störung?

Viele Betroffene bemerken die ersten Zeichen nicht selbst. Oft fallen sie Angehörigen oder dem Pflegeteam beim Essen auf. Achten Sie auf diese Merkmale:

  • Häufiges Verschlucken oder Husten während oder kurz nach dem Essen und Trinken
  • Eine gurgelnde, belegte Stimme nach dem Schlucken
  • Essensreste, die im Mund bleiben, oder Speichel, der aus dem Mund läuft
  • Das Gefühl, dass etwas im Hals stecken bleibt
  • Sehr lange Mahlzeiten, ungewollter Gewichtsverlust oder wiederkehrendes Fieber

Auch wiederkehrende Lungenentzündungen ohne klare Ursache können auf eine Schluckstörung hinweisen. Eine gründliche Mundhygiene senkt dabei das Risiko solcher Infekte. Ein einzelnes Verschlucken ist kein Grund zur Sorge. Kommt es regelmäßig vor, gehört es ärztlich und logopädisch abgeklärt – je früher, desto besser lässt sich vorbeugen.

Frau mit Wasserglas und eingeblendeter Speiseröhre – Schluckstörung erkennen

Behandlungsschwerpunkte

Welche Schluck­störungen wir behandeln

Patienten mit Dysphagie brauchen mehr als Übungen. Zum Dysphagiemanagement gehört auch: Wir klären, was sicher geschluckt werden kann, wie gegessen werden sollte und wer im Alltag worauf achtet. Diese Schwerpunkte kommen bei uns am häufigsten vor.

  1. Schluckstörung nach Schlaganfall

    Nach einem Schlaganfall ist das Schlucken häufig betroffen, oft auf einer Seite des Mundes und Rachens. Wir trainieren die geschwächten Muskeln und üben sichere Schlucktechniken. Sprach- und Sprechstörungen behandeln wir ebenfalls – mehr dazu auf unserer Seite „Logopädie nach Schlaganfall“.

  2. Bei Parkinson, MS, ALS und Demenz

    Bei fortschreitenden Erkrankungen verändert sich das Schlucken über die Zeit. Ziel ist, Essen und Trinken möglichst lange sicher und mit Genuss zu erhalten – und rechtzeitig anzupassen, was nötig ist.

  3. Mit Tracheal­kanüle

    Eine Trachealkanüle ist ein kleines Röhrchen, das über eine Öffnung am Hals in die Luftröhre führt. Wir behandeln Menschen mit Trachealkanüle logopädisch, wenn ihre pflegerische Versorgung gesichert ist und die Betreuung der Kanüle bereits geregelt ist.

  4. Nach einer Laryng­ektomie

    Nach der Entfernung des Kehlkopfs atmen Betroffene über eine Öffnung am Hals. Die Stimme muss neu aufgebaut werden, etwa mit einer Stimmprothese, der Speiseröhrenstimme oder einer elektronischen Sprechhilfe. Auch das Schlucken üben wir neu ein.

  5. Nach Tumoren im Kopf-Hals-Bereich

    Operationen und Bestrahlung im Mund, Rachen oder Hals können Beweglichkeit und Gefühl verändern. Wir arbeiten an Kraft, Beweglichkeit und einem sicheren Schluckablauf – abgestimmt auf die medizinische Behandlung.

  6. Störungen in der Mundphase

    Probleme beim Kauen und bei der Zungenbewegung, etwa bei einer myofunktionellen Störung oder bei kindlichen Schluck- und Fütterstörungen. Mehr dazu auf unserer Seite zur myofunktionellen Therapie.

Ablauf

So läuft die Schlucktherapie bei uns ab

Von der Verordnung bis zur Therapie – vier Schritte, mit denen jede Behandlung bei Schluckstörungen beginnt.

  1. Verordnung

    Ihre Hausarztpraxis, die Neurologie- oder HNO-Praxis stellt eine Heilmittelverordnung aus, nach einem Krankenhausaufenthalt auch die Klinik. Ist der Weg in die Praxis nicht möglich, kann die Ärztin oder der Arzt einen Hausbesuch verordnen.

  2. Anamnese und Schluckdiagnostik

    Wir fragen nach der ärztlichen Diagnose, nach Vorerkrankungen, Medikamenten und Essgewohnheiten. Dann prüfen wir den Mundraum, Zunge und Stimme und die Schluckfunktion mit verschiedenen Konsistenzen. Wenn nötig, empfehlen wir eine apparative Untersuchung wie FEES oder VFSS.

  3. Therapieplan

    Wir erklären den Befund verständlich und legen mit Ihnen Ziele fest – etwa sicheres Trinken oder die Rückkehr zu fester Nahrung. Ärztinnen, Pflege und Angehörige beziehen wir in die Therapieplanung ein.

  4. Therapie

    Übungen für Kraft und Beweglichkeit, Schlucktechniken, günstige Haltungen beim Essen und angepasste Kost, etwa angedickte Getränke – unter anderem nach F.O.T.T. und FDT. Angehörige und Pflege leiten wir an, damit das Geübte im Alltag gelingt.

Logopädin zeigt einer Patientin eine Übung am Kinn – Schlucktherapie in Berlin
„Ich bin ein Mensch, der sich nicht gern mit Dingen abfindet, die vielleicht verändert werden könnten.“
Meike Eichele · Logopädin seit 2000 – eine von mehreren Kolleginnen mit diesem Schwerpunkt

Schlucktherapie – gezielte Hilfe bei Schluck­beschwerden

Schluckstörungen sind ein zentraler Schwerpunkt unserer Praxen. Unser erfahrenes Team behandelt sie mit etablierten logopädischen Methoden wie F.O.T.T. und FDT, auch im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen – in unseren Praxisräumen oder, bei entsprechender Verordnung, als Hausbesuch zu Hause und in Pflegeeinrichtungen. Mit Heilmittelverordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten; Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung.


Schwerpunkte im Team:

  • Schluckstörungen bei Erwachsenen
  • F.O.T.T. und Funktionelle Dysphagietherapie (FDT)
  • Schlucktherapie bei Parkinson, Schlaganfall und Demenz
  • Kindliche Schluck- und Fütterstörungen, myofunktionelle Störungen
  • Hausbesuche in Pflegeheimen und bei Patientinnen und Patienten zu Hause
  • Anleitung von Angehörigen und Pflege zu Kost und Hilfsmitteln

Programme

Selbstzahlerangebote – ohne Rezept, auf eigene Rechnung

  • Leichter lesen lernen

    Für Kinder der 1. bis 3. Klasse · Kleingruppe

    Vier Grundschulkinder sitzen nebeneinander und lesen in Büchern – Lesekurs in Berlin

    Lesen üben in der Kleingruppe mit maximal vier Kindern: visuelle Wahrnehmung, Konzentration, Sprachkompetenz und das Unterscheiden von Lauten und Buchstaben. Achtmal 45 Minuten, einmal pro Woche.

    Zum Lesekurs
  • Fit für die Schule

    Für Kinder vor der Einschulung · Kleingruppe

    Vorschulkinder legen gemeinsam Holzpuzzles am Tisch – Kurs vor der Einschulung in Berlin

    Spielerisch üben, was im ersten Schuljahr gebraucht wird – Lautunterscheidung, Merkfähigkeit, Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik. 6 × 45 Minuten in der festen Gruppe mit zwei Logopädinnen, danach ein Elterngespräch.

    Zum Kurs
  • Wortschatzkiste Bilderbuch

    Für Kita-Teams und Gruppen · Fortbildung

    Drei Kleinkinder betrachten auf dem Boden liegend ein Bilderbuch

    Wie betrachtet man ein Bilderbuch so, dass es die Sprache wirklich fördert? Eine Fortbildung für Kita-Teams, Krabbelgruppen, Elternabende und Buchhandlungen. Wir kommen zu Ihnen, Länge und Preis nach Absprache.

    Zur Wortschatzkiste
  • SANJO-Körperarbeit

    Für Erwachsene und Kinder · Einzelbegleitung

    Isabell Sandhöfner bewegt bei der SANJO-Körperarbeit das Bein einer liegenden Klientin

    Sanfte Körperarbeit für Entspannung und Körperwahrnehmung – ohne Rezept, auf eigene Rechnung. Isabell Sandhöfner ist seit 2015 zertifizierte SANJO-Therapeutin.

    Zur SANJO-Therapie
  • Haben Sie Fragen zu unseren Programmen?

    Welches Angebot passt – für Ihr Kind oder für Sie selbst? Wann startet die nächste Gruppe, was kostet es? Rufen Sie einfach an – Isabell Sandhöfner nimmt sich Zeit für ein erstes Gespräch.

    +49 30 39 73 13 03

Jubiläum Glitzer

Wir feiern – feiern Sie mit!

Tag der offenen Tür am 13. November – 30 Jahre Sprache, Stimme und Begegnungen

Freitag, 13. November 2026 · ab 12 Uhr · in der Turmstraße 73, Berlin

Es erwarten Sie verständliche Fachvorträge für die ganze Familie – von Late Talkern über Mehrsprachigkeit und Stottern bis zu Stimme, Rechtschreibung und neurologischen Erkrankungen. Unser Team ist den ganzen Nachmittag für Ihre Fragen da.

30 Jahre

Häufige Fragen zur Schluckstörung

Was Betroffene und Angehörige uns am häufigsten fragen

Sieben Fragen, die vor dem ersten Termin fast immer aufkommen. Wenn Ihre nicht dabei ist: Rufen Sie an – wir beantworten sie gern.

Die häufigste Ursache sind neurologische Erkrankungen, allen voran Schlaganfälle, aber auch Parkinson, Multiple Sklerose, ALS oder Demenz. Ebenso können Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, Operationen, Bestrahlungen, bestimmte Medikamente und das Alter das Schlucken beeinträchtigen. Die genaue Ursache klärt immer zuerst die ärztliche Praxis.

Sie kann es werden. Gelangen Speisen oder Getränke in die Luftröhre, droht eine Lungenentzündung. Wer aus Angst vor dem Verschlucken weniger isst und trinkt, riskiert Mangelernährung und Flüssigkeitsmangel. Deshalb gehört eine Schluckstörung früh in ärztliche Abklärung und dann in Behandlung – auch wenn die Beschwerden noch mild wirken.

Lassen Sie die Ursache zuerst ärztlich abklären. Bis zur Therapie hilft es, aufrecht zu sitzen, langsam und in kleinen Bissen zu essen, nicht nebenher zu sprechen und nach dem Essen noch eine Weile aufrecht zu bleiben. Welche Kost und welche Techniken für Sie sicher sind, klären wir in der Diagnostik.

Das hängt von der Ursache ab. Nach einem Schlaganfall bessert sich das Schlucken häufig deutlich, besonders in den ersten Monaten und mit gezielter Therapie. Bei fortschreitenden Erkrankungen geht es eher darum, das Schlucken möglichst lange sicher zu halten. Eine verlässliche Prognose für den Einzelfall gibt es nicht.

Das hängt vom Befund ab. Manchen helfen angedickte Getränke, anderen weiche oder pürierte Kost; krümelige und gemischt feste und flüssige Speisen sind oft schwierig. Wir helfen Ihnen bei der Auswahl der richtigen Kost und Konsistenzen.

Die Verordnung stellt die Hausarztpraxis, eine Fachpraxis wie Neurologie oder HNO oder die Klinik bei der Entlassung aus. Mit Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung, Kinder und Jugendliche sind davon befreit.

Ja, wenn die Ärztin oder der Arzt einen Hausbesuch verordnet. Wir behandeln in Pflegeheimen und bei Patientinnen und Patienten zu Hause. Ob ein Hausbesuch an Ihrem Wohnort möglich ist, klären wir am Telefon.

Schlucktherapie anfragen

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns, worum es geht und welcher Standort für Sie passt. Wir bemühen uns um eine zeitnahe Versorgung aller Patientinnen und Patienten. Können wir Ihnen aktuell keine Therapie anbieten, sagen wir Ihnen Bescheid.

Für Kliniken, Pflegedienste und Fachpraxen: Sie möchten eine Patientin oder einen Patienten mit Schluckstörung oder Trachealkanüle anmelden? Rufen Sie uns unter 030 39 73 13 03 an oder senden Sie die Verordnung per Fax an 030 39 73 22 10. Wir melden uns, um Befund, Ort und Ablauf abzustimmen.