Mädchen zeigt ihre Zahnspange – myofunktionelle Therapie in Berlin

Myofunktionelle Therapie in Berlin

Mädchen zeigt ihre Zahnspange – myofunktionelle Therapie in Berlin

Die Zunge drückt beim Schlucken gegen die Zähne, der Mund steht meist offen und kaum ist die Spange draußen, verschieben sich die Zähne wieder? Dahinter steckt oft ein muskuläres Ungleichgewicht. Myofunktionelle Therapie kann helfen, die natürliche Balance im Mundraum zu verbessern.

Was ist eine myofunktionelle Therapie?

Die myofunktionelle Therapie (MFT) ist eine logopädische Behandlung der Mund- und Gesichtsmuskulatur. Sie behandelt eine myofunktionelle Störung: ein gestörtes Gleichgewicht der Muskeln, die am Kauen, Schlucken und Sprechen beteiligt sind.

Normal liegt die Zunge in Ruhe am Gaumen, die Lippen sind locker geschlossen, geatmet wird durch die Nase. Beim Schlucken drückt die Zungenspitze gegen den Gaumen hinter den oberen Schneidezähnen. Ist dieses Zusammenspiel gestört, wirken Zunge und Lippen mit einer dauerhaften, leichten Kraft auf Zähne und Kiefer – mehrere hundert Male am Tag, bei jedem Schlucken.

Deshalb hängen myofunktionelle Störungen eng mit Zahnfehlstellungen und mit der Aussprache zusammen. Eine enge Zusammenarbeit mit Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden ist wichtig. Myofunktionelle Therapie in Berlin bieten wir an drei Standorten an – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Therapeutin behandelt das Gesicht eines Jungen – myofunktionelle Therapie

Viszerales Schluckmuster

Wenn die Zunge falsch schluckt: das viszerale Schluckmuster

Säuglinge schlucken anders als Erwachsene: Die Zunge schiebt sich beim Trinken nach vorn. Dieses sogenannte viszerale oder infantile Schluckmuster stellt sich normalerweise in den ersten Lebensjahren um, wenn das Kind beginnt zu kauen und die Zähne kommen. Bleibt es bestehen, drückt die Zunge bei jedem Schlucken gegen oder zwischen die Zähne. Das nennt man Zungenpressen.

Typische Gründe, warum die Umstellung nicht gelingt, sind langes Nuckeln am Schnuller oder Daumen, häufige Mundatmung – etwa bei vergrößerten Rachenmandeln oder Allergien – und eine schwache Mundmotorik. Auch ein verkürztes Zungenband kann die Beweglichkeit der Zunge einschränken.

Handeln sollten Sie, wenn Ihnen bei Ihrem Kind ein dauerhaft offener Mund, Zungenpressen, Zahnfehlstellungen oder Lispeln auffallen oder wenn die Kieferorthopädin oder der Kieferorthopäde eine Zungenfehlfunktion feststellt. Eine frühe Therapie kann die kieferorthopädische Behandlung unterstützen. Die Verordnung stellt die Kinderarzt-, Zahnarzt- oder Kieferorthopädiepraxis aus.

Mädchen drückt die Zunge an die Zähne – myofunktionelle Therapie bei Zungenpressen

Wenn Mund und Zunge aus dem Gleichgewicht sind

Myofunktionelle Störung: Diese Anzeichen sind typisch

Eine myofunktionelle Störung tut nicht weh und fällt deshalb oft lange nicht auf. Meist bemerken sie zuerst die Kieferorthopädie, die Zahnarztpraxis oder die Eltern. Achten Sie auf diese Zeichen:

  • Der Mund steht in Ruhe offen, etwa beim Fernsehen, Spielen oder Schlafen
  • Die Zunge liegt sichtbar zwischen den Zähnen oder drückt beim Schlucken nach vorn
  • Lispeln: Die Zunge rutscht bei s und z zwischen die Zähne
  • Schmatzende Geräusche beim Essen oder Mitbewegungen von Lippen und Kinn beim Schlucken, sowie Zähneknirschen oder Schnarchen beim Schlafen
  • Zahnfehlstellungen wie offener Biss, Kreuzbiss, Über- oder Unterbiss

Ein einzelnes Symptom ist noch keine Diagnose. Treffen aber mehrere Punkte zu, lohnt sich eine Abklärung – zuerst in der Kinderarzt-, Zahnarzt- oder Kieferorthopädiepraxis, dann bei uns. Ist die Aussprache das Hauptproblem, finden Sie mehr auf unserer Seite zu den Aussprachestörungen.

Schlafendes Kind mit offenem Mund – Anzeichen für myofunktionelle Therapie

Behandlungsschwerpunkte

Inhalte einer myofunktionellen Therapie

Saugen, Kauen, Schlucken, Artikulation und Stimme bilden eine funktionelle Einheit. Stimmt die Muskelspannung nicht, arbeiten wir daran, ein Gleichgewicht zu schaffen.

  1. Zungenpressen und viszerales Schluckmuster

    Wir üben ein neues Schluckmuster ein, bei dem die Zunge am Gaumen arbeitet statt gegen die Zähne – erst bewusst, dann automatisch.

  2. Offener Mund und Mundatmung

    Den Mund mit den richtigen Muskeln zu schließen, ist eines unserer wichtigsten Ziele – denn ein lockerer Mundschluss und die Nasenatmung hängen eng zusammen.

  3. Begleitend zur Zahnspange

    Die Therapie unterstützt die kieferorthopädische Behandlung und kann helfen, das Risiko eines Rückfalls zu verringern.

  4. Lispeln und andere Aussprachefehler

    Wenn die Zunge falsch liegt, leiden oft s-Laute. Wir verbinden die Arbeit an der Muskulatur mit der Aussprache.

  5. Verkürztes Zungenband

    Vor und nach einer Lösung des Zungenbands üben wir die neue Beweglichkeit der Zunge gezielt ein. Ob ein Eingriff nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

  6. Erwachsene

    Kiefergelenksbeschwerden (CMD), ungünstige Gewohnheiten, Stimmstörungen oder ein Rückfall nach der Zahnspange: Auch für Erwachsene kann eine myofunktionelle Therapie sinnvoll sein.

Für Zuweiser

Myofunktionelle Therapie in Abstimmung mit der Kieferorthopädie

Viele Patientinnen und Patienten mit myofunktioneller Störung kommen auf Empfehlung von Kieferorthopädinnen, Kieferorthopäden und Zahnarztpraxen zu uns – mit dem Ziel, Zungenfehlfunktionen und ungünstige Gewohnheiten vor Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung zu beheben.

  • Verordnung durch die Zahnarzt- oder Kieferorthopädiepraxis
  • Befund zu Zungenruhelage, Schluckmuster, Lippenschluss und Atmung
  • Absprache zum Zeitpunkt der Therapie im Verlauf Ihrer Behandlung
  • Rückmeldung zum Verlauf – wir melden uns zurück und halten Absprachen ein

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Patientinnen und Patienten überweisen möchten oder eine Frage zur Indikation haben. Wir sagen offen, wenn ein Fall besser woanders liegt.

Junge Frauen üben mit Holzspateln die Mundmotorik – myofunktionelle Therapie

Ablauf

So läuft die myofunktionelle Therapie bei uns ab

Vier Schritte, mit denen die Behandlung bei Kindern und Erwachsenen beginnt.

  1. Verordnung

    Eine Heilmittelverordnung für Logopädie stellt Ihre Kinderarzt-, Hausarzt-, Zahnarzt- oder Kieferorthopädiepraxis aus. Mit der Verordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten; Kinder und Jugendliche sind von der Zuzahlung befreit, Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung.

  2. Anamnese und Diagnostik

    Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut fragt nach Gewohnheiten wie Schnuller oder Daumenlutschen, nach Atmung und Schlaf und prüft Zungenruhelage, Schluckmuster, Lippenschluss, Mundmotorik und Aussprache.

  3. Ziel festlegen

    Wir erklären Ihnen in verständlichen Worten, was wir herausgefunden haben, und legen das Ziel fest – bei Bedarf abgestimmt mit der kieferorthopädischen Praxis.

  4. Übung in der Praxis und zu Hause

    Die Muskulatur lernt nur durch Wiederholung um. Deshalb gehören zu jeder Stunde kurze Übungen für zu Hause, die wenige Minuten am Tag dauern. Kinder üben spielerisch, Erwachsene gezielt. Wenn das neue Muster sicher sitzt, üben wir, dass es auch beim Essen, Sprechen und im Schlaf bleibt.

Logopädin im Gespräch mit einem Jungen – Schwerpunkt myofunktionelle Therapie
„Nie nur ein Symptom behandeln, sondern den Menschen in seiner Gesamtheit sehen – dieser Anspruch leitet mich in allen Feldern meiner Arbeit.“
Isabell Sandhöfner · Praxisinhaberin, Logopädin seit 1992 – eine von mehreren Kolleginnen mit diesem Schwerpunkt

Myofunktionelle Störungen sind bei uns Schwerpunkt seit der Gründung

Myofunktionelle Störungen behandeln wir seit der Praxisgründung 1996. Heute haben mehrere Kolleginnen und Kollegen an allen drei Standorten diesen Schwerpunkt – mit unterschiedlichen Zusatzausbildungen, sodass wir für Kinder und Erwachsene die passende Person finden.

Das klassische Konzept nach Anita Kittel prägt bis heute unser Verständnis für das Zusammenspiel der Muskeln von Mund und Gesicht. Darauf aufbauend verbinden wir strukturelle Ansätze wie M.U.N.D.T.® und SZET mit neurofunktionellen Konzepten wie NF!T® und der Padovan-Methode®. Ein wachsender Schwerpunkt ist die Begleitung bei verkürzten Zungenbändern (Frenulotomie), die wir therapeutisch vor- und nachbereiten.


Unsere Behandlungsansätze:

  • Myofunktionelle Störungen von Beginn an – neben Stimme und kindlicher Sprache (Isabell Sandhöfner)
  • Fortbildung myofunktionelle Störung (MFS) (Bianca Hillrichs)
  • Myofunktionelle Störungen und Zungenband (Meike Eichele)
  • Myofunktionelle Störungen in Moabit und Tegel (Doris Witt-Weller, Ute Flemming)
  • Facio-orale Trakt-Therapie (F.O.T.T.) für Mund, Gesicht und Schlucken bei Erwachsenen (Meike Eichele)

Programme

Selbstzahlerangebote – ohne Rezept, auf eigene Rechnung

  • Leichter lesen lernen

    Für Kinder der 1. bis 3. Klasse · Kleingruppe

    Vier Grundschulkinder sitzen nebeneinander und lesen in Büchern – Lesekurs in Berlin

    Lesen üben in der Kleingruppe mit maximal vier Kindern: visuelle Wahrnehmung, Konzentration, Sprachkompetenz und das Unterscheiden von Lauten und Buchstaben. Achtmal 45 Minuten, einmal pro Woche.

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  • Fit für die Schule

    Für Kinder vor der Einschulung · Kleingruppe

    Vorschulkinder legen gemeinsam Holzpuzzles am Tisch – Kurs vor der Einschulung in Berlin

    Spielerisch üben, was im ersten Schuljahr gebraucht wird – Lautunterscheidung, Merkfähigkeit, Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik. 6 × 45 Minuten in der festen Gruppe mit zwei Logopädinnen, danach ein Elterngespräch.

    Zum Kurs
  • Wortschatzkiste Bilderbuch

    Für Kita-Teams und Gruppen · Fortbildung

    Drei Kleinkinder betrachten auf dem Boden liegend ein Bilderbuch

    Wie betrachtet man ein Bilderbuch so, dass es die Sprache wirklich fördert? Eine Fortbildung für Kita-Teams, Krabbelgruppen, Elternabende und Buchhandlungen. Wir kommen zu Ihnen, Länge und Preis nach Absprache.

    Zur Wortschatzkiste
  • SANJO-Körperarbeit

    Für Erwachsene und Kinder · Einzelbegleitung

    Isabell Sandhöfner bewegt bei der SANJO-Körperarbeit das Bein einer liegenden Klientin

    Sanfte Körperarbeit für Entspannung und Körperwahrnehmung – ohne Rezept, auf eigene Rechnung. Isabell Sandhöfner ist seit 2015 zertifizierte SANJO-Therapeutin.

    Zur SANJO-Therapie
  • Haben Sie Fragen zu unseren Programmen?

    Welches Angebot passt – für Ihr Kind oder für Sie selbst? Wann startet die nächste Gruppe, was kostet es? Rufen Sie einfach an – Isabell Sandhöfner nimmt sich Zeit für ein erstes Gespräch.

    +49 30 39 73 13 03

Jubiläum Glitzer

Wir feiern – feiern Sie mit!

Tag der offenen Tür am 13. November – 30 Jahre Sprache, Stimme und Begegnungen

Freitag, 13. November 2026 · ab 12 Uhr · in der Turmstraße 73, Berlin

Es erwarten Sie verständliche Fachvorträge für die ganze Familie – von Late Talkern über Mehrsprachigkeit und Stottern bis zu Stimme, Rechtschreibung und neurologischen Erkrankungen. Unser Team ist den ganzen Nachmittag für Ihre Fragen da.

30 Jahre

Häufige Fragen zur myofunktionellen Therapie

Was Eltern und Patienten uns am häufigsten fragen

Acht Fragen, die vor dem ersten Termin fast immer aufkommen. Wenn Ihre nicht dabei ist: Rufen Sie an – zwei Minuten am Telefon ersparen oft einen Umweg.

Durch gezielte Übungen für Zunge, Lippen und Wangen. Zuerst werden die Muskeln gekräftigt und bewusst gesteuert, dann wird das richtige Schluckmuster eingeübt, bis es automatisch abläuft. Entscheidend ist das regelmäßige Üben zu Hause – wenige Minuten am Tag, aber jeden Tag.

Das hängt vom Befund, vom Alter und vom Üben zu Hause ab. Eine Verordnung umfasst eine festgelegte Zahl von Sitzungen; danach entscheidet die Ärztin, der Arzt oder die Kieferorthopädin über eine Fortsetzung. Wir sprechen nach der Diagnostik offen mit Ihnen durch, womit Sie rechnen können.

Mit einer Heilmittelverordnung übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Kinder und Jugendliche sind von der Zuzahlung befreit, Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung. Die Verordnung kann auch die Zahnarzt- oder Kieferorthopädiepraxis ausstellen.

Liegt eine myofunktionelle Störung vor, ist sie sehr wichtig. Eine Zahnspange kann die Zähne bewegen, aber nicht die Zunge umerziehen. Bleibt das falsche Schluckmuster bestehen, kann sich der Biss nach der kieferorthopädischen Behandlung wieder verschieben. Die Therapie setzt an dieser Ursache an. Entscheidend ist vor allem, dass regelmäßig geübt wird.

Voraussetzung ist, dass ein Kind gezielt mitmachen und regelmäßig üben kann – oft ab dem Vorschulalter. Bei jüngeren Kindern beraten wir die Eltern, etwa zum Abgewöhnen von Schnuller und Daumen. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht: Auch Erwachsene können ein neues Schluckmuster lernen.

Die Kinderarzt- oder Hausarztpraxis, die HNO-Praxis sowie die Zahnarzt- oder Kieferorthopädiepraxis. Oft kommt der Anstoß aus der Kieferorthopädie, weil dort die Zungenfehlfunktion zuerst auffällt. Wenn Sie unsicher sind, was auf der Verordnung stehen sollte, rufen Sie uns vorher an.

Beim viszeralen Schluckmuster schiebt sich die Zunge beim Schlucken nach vorn gegen oder zwischen die Zähne – so schlucken Säuglinge. Beim reifen, physiologischen Schluckmuster – auch somatisch genannt – liegt die Zungenspitze am Gaumen hinter den oberen Schneidezähnen, die Lippen bleiben locker. Die myofunktionelle Therapie übt genau diese Umstellung ein.

Myofunktionelle Therapie ist eine Übungstherapie: Der Erfolg hängt stark von der Mitarbeit ab – wenige Minuten am Tag, aber jeden Tag. Kinder und Jugendliche brauchen dazu viel Motivation und Unterstützung durch die Eltern. Wir unterstützen Sie dabei.

Termin für die myofunktionelle Therapie anfragen

Schreiben Sie uns, für wen die Therapie ist, was Ihnen oder der Kieferorthopädie aufgefallen ist und welcher Standort Ihnen passt – wir melden uns innerhalb von zwei Werktagen. Kieferorthopädische Praxen erreichen uns über die zentrale Nummer 030 39 73 13 03.